menschen

ich laufe durch die straßen und betrachte die an mir vorbeilaufenden menschen, ich sehe farben, muster, gehetzte gesichtsausdrücke, markante wangenknochen, große brüste, schnelle schritte, blaue augen, ferne blicke, hohe schuhe, teure handys, doch wer sind diese leute? woher kommen sie, wohin gehen sie? sehen sie mich überhaupt? ich schaue ihnen in die augen und versuche zu lächeln. ich ernte verwunderte blicke, die ein oder andere andeutung eines lächelns, doch fast immer werde ich bewusst oder unbewusst übersehen.

es fällt mir schwer weiter zu lächeln, lieber würde ich auch ernst und finster dreinblicken wie die anderen an mir vorbei hastenden menschen, mich mich mitreißen lassen von diesem dunklen sog, der von ihnen ausgeht. was ist das nur dieses schwere, finstere, kalte etwas das über uns liegt? sind wir es vielleicht selber? ich möchte schreien, möchte die menschen schütteln, wachrütteln, bin ich denn die einzige, die das sieht??

vielleicht muss man sie kitzeln, solange bis sie auftauen, das eis bricht und sie schallend lachen, geht das? ganz sicher nicht bei allen, aber es gibt bestimmt jemanden hier irgendwo oder? doch stimmt, es gibt jemanden, nämlich mich. ich werde versuchen mich zu kitzeln bis ich schallend lache, ja, genau das ist mein ziel! 

11.9.14 16:29

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ani Beutel / Website (18.9.14 23:20)
Ich bin auch ein leidenschaftlicher Menschenbeobachter. Oft spiegelt sich in den fremden Menschen aber auch das, was man selber gerade fühlt.
Geh glücklich in die Stadt: Du siehst glückliche Menschen.
Geh traurig in die Stadt: Du siehst traurige Menschen.
Es muss nicht immer so sein, aber oft ist es tatsächlich so. Ziemlich erstaunlich finde ich.
Liebe Grüße Ani Beutel


daisylou / Website (19.9.14 19:12)
ja, das ist bei mir auch so. Manchmal aber auch genau andersrum komischerweise, ich sehe glückliche Menschen und werde traurig, ich sehe traurige Menschen und würde meine Freude und mein Glück am liebsten mit ihnen teilen. Obwohl ich mit dem text oben gar nicht unbedingt traurig sein meinte, sondern eher so eine gewisse verschlossen sein, abgewandt, nicht hinkucken und sowas...


(3.11.14 21:28)
Der Text gefällt mir sehr! Habe mich heute erst mit einer Freundin darüber unterhalten,wie grimmig und passiv viele Menschen doch wirken/oder sind. Sehr schade.! Toller Text

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